Stop-Loss einfach erklärt: wo ich ihn setze

Von Johannes Graf · aktualisiert am 03.11.2026 · Lesezeit 4 Minuten

Kurz gesagt: Ein Stop-Loss ist eine Order, die deine Position automatisch schließt, sobald der Preis ein festgelegtes Verlustniveau erreicht. Er begrenzt den Verlust eines Trades, garantiert bei schnellen Bewegungen aber nicht den exakten Ausführungspreis.

Was ist ein Stop-Loss?

Du legst vor dem Trade fest, bei welchem Preis du raus bist, wenn der Markt gegen dich läuft. Genau dort liegt dein Stop-Loss.

Technisch ist der Stop-Loss eine Stop Order. Erreicht der Preis die Marke, wird daraus eine Market Order. Bei schnellen Bewegungen oder Kurslücken kann die Ausführung deshalb schlechter sein als deine Marke. Das nennt man Slippage.

Was ist ein Take-Profit?

Das Gegenstück. Der Take-Profit schließt deinen Trade im Gewinn, sobald der Preis dein Ziel erreicht.

Meinen Take-Profit setze ich an die letzte relevante Liquidität. Bei einem Short ist das das nächste Tief, unter dem viele Stops liegen. Bei einem Long das nächste Hoch.

Wo setze ich den Stop-Loss?

Nicht dort, wo alle ihn setzen. Die meisten Trader traden nach Struktur und legen ihren Stop direkt über Hochs oder unter Tiefs.

Skizze aus Johannes' Video: Abwärtstrend mit den Stop-Losses der Trader direkt über jedem Hochpunkt
Ein Abwärtstrend. Über jedem Hochpunkt liegen die Stop-Losses (SL) der Trader, die short gegangen sind.

Genau dort liegt Liquidität. Der Preis läuft oft erst dorthin und holt die Stops ab, bevor er weiterläuft. Das ist ein Liquidity Sweep.

Bei mir liegt der Stop deshalb hinter der Zone, aus der ich einsteige: über dem Hoch des Sweeps oder über dem Order Block. Nie knapp hinter Equal Highs oder Equal Lows.

Merk dir: Der Stop richtet sich nach dem Chart, nicht nach dem Betrag, den du verlieren willst. Den Betrag steuerst du über die Positionsgröße.

Kleiner Stop, gleicher Trade: Einstieg im 1-Minuten-Chart

Hier ein Short im 5-Minuten-Chart. Der Markt hat oben Liquidität genommen und reagiert. Viele würden jetzt direkt aus dem Order Block einsteigen.

5-Minuten-Chart: Einstieg direkt aus dem Order Block, der Stop-Loss liegt weit über dem Einstieg
Einstieg direkt im 5-Minuten-Chart: Der rote Bereich ist das Risiko bis zum Stop, der grüne das Ziel. Der Stop ist groß.

Ich gehe stattdessen in den 1-Minuten-Chart. Dort warte ich auf eine Reaktion aus einem kleineren Order Block und setze den Stop über genau diesen kleinen Block.

1-Minuten-Chart: Einstieg aus einem kleinen Order Block, schmaler Stop-Loss und großes Ziel
Gleiches Setup im 1-Minuten-Chart: Der rote Streifen ist schmal, das Ziel bleibt an der Liquidität unten. Gleiches Ziel, kleinerer Stop.

Gleiches Ziel, kleinerer Abstand zum Stop: Das Chance-Risiko-Verhältnis wird größer. Ehrlich dazu: Ein enger Stop wird auch öfter getroffen. Ob sich das für dich rechnet, zeigt nur dein Backtest.

Gratis-Kurs: so setze ich Einstieg und Stop

Wie ich Liquidität, Sweep und Order Block zu einem Trade verbinde, zeig ich dir Schritt für Schritt im kostenlosen Trading-Kurs.

Rechenbeispiel: vom Stop zur Positionsgröße

Erst steht der Stop im Chart, dann rechnest du daraus die Positionsgröße. Ein Beispiel mit einfachen Zahlen:

SchrittWert
Konto10.000 €
Risiko je Trade, 1 %100 €
Abstand zum Stop20 Pips
Pip-Wert je Lot (vereinfacht)10 €
Positionsgröße100 € ÷ (20 × 10 €) = 0,5 Lot

Wird der Stop getroffen, verlierst du rund 100 €, plus Spread und eventuelle Slippage. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Empfehlung für 1 %. Mehr dazu auf der Seite Risikomanagement.

Risikohinweis: Trading ist hochspekulativ und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Ein Stop-Loss begrenzt Verluste nicht in jedem Fall auf den geplanten Betrag. Vergangene Ergebnisse garantieren keine zukünftigen Gewinne. Keine Anlageberatung. Vollständiger Risikohinweis

Stop-Loss nachziehen: auf Break-even setzen

Läuft der Trade in meine Richtung, nehme ich oft einen Teilgewinn mit, zum Beispiel die Hälfte. Den Stop für den Rest setze ich dann auf meinen Einstieg.

Dann kostet der restliche Trade im schlechtesten Fall nichts mehr, außer bei Slippage.

Die häufigsten Fehler mit dem Stop-Loss

  1. Ohne Stop handeln. Ein einziger Trade kann dann das Konto beschädigen.
  2. Den Stop im Minus weiter weg schieben. Aus einem geplanten Verlust wird ein ungeplanter.
  3. Den Stop knapp hinter auffällige Hochs und Tiefs legen. Genau dort holt der Markt die Liquidität ab.
  4. Den Abstand nach dem Geldbetrag wählen. Der Stop gehört dorthin, wo deine Idee falsch ist, nicht dorthin, wo 50 € erreicht sind.

Häufige Fragen zum Stop-Loss

Was ist ein Stop-Loss?

Eine Order, die deine Position automatisch schließt, wenn der Preis ein festgelegtes Verlustniveau erreicht. Sie begrenzt den Verlust eines Trades.

Wo setze ich den Stop-Loss am besten?

Dort, wo deine Trade-Idee falsch ist: hinter der Zone, aus der du einsteigst. Nicht direkt über auffälligen Hochs oder unter auffälligen Tiefs, weil dort viele Stops liegen und der Preis sie oft abholt.

Was ist der Unterschied zwischen Stop-Loss und Take-Profit?

Der Stop-Loss schließt den Trade im Verlust, der Take-Profit im Gewinn. Beide legst du vor dem Einstieg fest.

Garantiert ein Stop-Loss meinen maximalen Verlust?

Nein. Der Stop wird beim Erreichen zur Market Order. Bei schnellen Bewegungen oder Kurslücken, etwa zu Nachrichten oder übers Wochenende, kann die Ausführung schlechter sein als deine Marke.

Was bedeutet Stop-Loss auf Break-even?

Du verschiebst den Stop auf deinen Einstiegspreis, sobald der Trade im Plus ist. Wird er dann getroffen, endet der Trade ohne Verlust, abgesehen von Kosten und Slippage.

Stop setzen ist der halbe Trade

Die andere Hälfte ist der Einstieg. Den zeig ich dir im kostenlosen Trading-Kurs, von Liquidität bis zum fertigen Trade.

Johannes Graf, Gründer von Tradolusion

Über den Autor. Johannes Graf ist Gründer von Tradolusion, seit fünf Jahren Trader und seit drei Jahren hauptberuflich. Als Daytrader handelt er mit Fokus auf Liquidität, Marktstruktur und Sessions. Mehr über Johannes Graf